„Bis die Sterne zittern“ – Autorenlesung an der Sophie-La-Roche-Realschule

Wie vermittelt man jungen Menschen Literatur und lädt sie ein zum Lesen? Indem man Bücher zu den jungen Menschen bringt und junge Menschen zu den Büchern – so der Ansatz von Frau Dr. Heudecker, Studienleiterin der Schwabenakademie Irsee, im Rahmen des Allgäuer Literaturfestivals auch ein Literaturprojekt an der Sophie-La-Roche-Realschule durchzuführen. Mit großzügiger Unterstützung des Rotary Clubs Kaufbeuren-Ostallgäu konnte dieses Projekt am 13.06.2018 realisiert werden. Der aus Leipzig stammende renommierte Jugendbuchautor Johannes Herwig las vor zwei 9. Klassen aus seinem Debütwerk „Bis die Sterne zittern“, für das er bereits mit dem Paul-Maar-Preis ausgezeichnet wurde und für den Deutschen Jugendbuchpreis 2018 nominiert worden ist. Passend zum aktuellen Geschichtsunterricht stellt Herwig in seinem Roman sehr eindrucksvoll und authentisch die sogenannten „Leipziger Meuten“ dar, eine lose organisierte Gruppe von Jugendlichen, die sich Mitte der dreißiger Jahre durch auffallende Kleidung und provozierendes Verhalten gegen den Nationalsozialismus auflehnte und immer wieder in Konflikt mit der allgegenwärtigen Hitler-Jugend kam. Eine gewisse Zeit lang gelang es ihnen, ihre eigene Nische zu finden, bis sie die bedingungslose Härte des NS-Regimes erfahren mussten. Der Roman schildert die Ereignisse aus der Perspektive des 16-jährigen Harro – das Ende bleibt offen. Sichtlich beeindruckt von der Geschichte und der offenen und sympathischen Art des Autors, löcherten die Schüler Herwig regelrecht mit ihren Fragen zum historischen Hintergrund und dem Weg von der Recherche bis zum fertigen Roman. „Bis die Sterne zittern“ – ein anspruchsvoller Jugendroman, der ein hervorragendes Beispiel für junge Menschen ist, sich nicht zu unterwerfen und für ihre Freiheit einzutreten. Überzeugender hätte man Jugendliteratur nicht transportieren können, ein überaus gelungenes Projekt.